www.seemann-mastersound.at, Tonstudio, P.A. Vermietung, Musikverlag Edition Mastersound Vienna
Tonstudioaufnahmen
Consolen:
* Soundcraft 1600, 28-8-24-2
* Soundcraft 1S
* Mackie CR 1604
Monitore:
* Yamaha NS 10 M
* Electro Voice Sentry IV
Mikrofone:
* AKG The Tube
* Sennheiser
* Beyerdynamic
* Shure
* Electro Voice
Peripherie:
* Klark DN 780
* Lexicon LXP 1
* Alesis Quadraverb
* Lexicon PCM 41
* Roland SDE 1000
* dbx 166 Dual Compressor Limiter
* Drawmer Dualgate DS 201
* Axmann 8- Channel Gate-Array
* Christal 8-Channel Denoiser
Maschinen:
* Soundcraft 760, 2" 24-Spur analog
* Soundcraft 381, 1" 8-Spur analog
* Tascam DA 88 8-Spur digital mit SY 88 Synchronizerkarte (somit insgesamt 31 Spuren)
* Tascam DA 30 Dat Recorder
* Sony Betamax mit PCM 501 4-Spur
* Revox A700 1/4" Halbspur analog
* Eumig µP 1000 Cassettenrecorder
Livetontechnik - FoH-Mix auf allen gängigen Liveconsolen
* Yamaha (3000, 3500)
* Midas (XL3, XL200)
* Soundcraft
* Allen & Heath
* u.v.m.
Musik-Verlag - Das Tonstudio Seemann mastersound nimmt jederzeit gerne Musikgruppen und Interpreten mit eigenen Werken unter Produktions- und Verlagsvertrag in die Edition Mastersound Vienna
Ausbildung zum Tontechniker
Fundierte und praxisorientierte Ausbildung zum Tontechniker, abseits ausgetretener Pfade, direkt im Tonstudio Seemann mastersound.
Dauer des Lehrganges 9 Monate. Der Lehrstoff beginnt mit den Grundlagen der Akustik über Signalflow eines Mischpultes, Elektrotechnik, Mikrophonie bis hin zur Session Procedure mit Aufnahme einer Musikgruppe. Abgeschlossen wird der Lehrgang mit Arbeiten am PC, Sequenzer, Sampler und Synthesizer.
Durch die streng limitierte Schülerzahl pro Klasse (max. fünf Schüler) ist ein sehr persönlicher Unterricht garantiert. Die Stunden werden immer wieder durch praktische Übungen ergänzt, sodaß der Schüler das soeben Erlernte in der Praxis erproben und damit sein Wissen vertiefen kann.
Wir schicken gerne Unterlagen mit dem ganzen Unterrichtskonzept zu.
P.A.-Vermietung
P.A. (von 2 x 100 Watt bis 2 x 6.000 Watt)
o 4 Stk Ev Sentry IV
o 2 Stk Ev Jumbo
o 2 Stk Ev S 15/3
Monitoring (Gesamtleistung bis zu 6.000 Watt)
o 4 Stk Ev FM 12/2
o 2 Stk Ev FM 12/3
o 2 Stk Ev FM 1502
o 2 Stk Ev S 15/3
o 10 Stk KS T3 activ
Amps
o Crown
o Hill
o Pioneer
o Phase Linear
o H&H
o KS
Consolen
o Soundcraft 1600 28/8/24/2
o Soundcraft 1S 20/2
o Yamaha PM 1800 32/8/2
o Monitorpult Soundcraft S4 40/16
o Soundtracks 16/6
o Mackie CR 1604
Mikros
o Electro Voice
o Shure
o Beyer Dynamic
o Sennheiser
Effekte
o Ev 2x27Eq
o Ev 2x10 Eq
o Klark DN 780 Dig.Rev
o Lexicon LXP 1 inkl. Remote
o Lexicon PCM 41
o Roland SDR 1000
o Alesis Quadraverb
o Drawmer Dualgate 201dbx Dual-Comp/Lim 166
o Axmann 8-fach Gate-Array
o Crystal 8-fach Denoiser
Zusatz
o Tascam DA 88 8-Spur Dig.Recorder mit SY 88 Synchronizerkarte
o Tascam DA 30 Dat-Recorder
o Eumig µP 1000 Cassettenrec. Sony PCM 501 mit Betamax Videorec. 4-Spur
o Soundcraft SCM 381 8-Spur 1" Recorder analog
o Soundcraft SCM 760 24-Spur 2" Bandmaschine
o Soundmobil für Liveübertragungen und Livemitschnitte
Anwendungen
o Beschallungen von Club- bis "Konzerthaus"-Größe (50 bis 2000 Besucher)
o Livemitschnitte
o Postproduktion und Digitalmastering im eigenen Studio
o Herstellung der Master-CD
Personal (Je nach Bühnengröße und Aufwand)
o Foh-Mix
o Monitormix
o Stagehands
o Licht auf Anfrage
Auf Wunsch können auch größere P.A.- und F.o.H.-Konfigurationen bereitgestellt werden.
Dia - Video - Konferenztechnik
Projektoren
o Overhead (250 W -1200 W)
o Dia-Kleinformat (24 x 36 mm, 250 W - 1600 W Xenon)
o Mittelformat (6 x 6 cm, Hasselblad, 250 W - 600 W Xenon)
o Film (16 mm, 250 W - 600 W)
o Videoprojektoren (600 Ansilumen)
o Video/Datenprojektoren (750 Ansilumen - 5000 Ansilumen)
o Diverse Objektive
Bildschirme
o Videomonitore (9" - 36")
o Datenmonitore (15" - 34")
o Plasmaschirme (42")
o Rückprojektionsboxen
o Videowalls
Video
o Videoplayer/-recorder
o Laserdisc-Player
o CD-I Player
o DVD-Player
o Videomischer
Leinwände (von 1,5 x 2,3 m bis 4 x 12 m)
o Dia
o Video
o Doppelprojektion
o Panorama
o Parabol
o Stativ
Kameras
o S-VHS Kamera
o Digital Kamera
o Broadcast Kamera
Konferenz
o Dolmetschanlagen (bis zu fünfsprachig, Zentrale, Kabine, IR-Kopfhörer)
o Diskussions- / Konferenzanlagen
Proberaum auch stundenweise zu vermieten
20m² Proberaum mit anschließendem Tonstudio und Aufenthaltsraum vermitteln gute Atmosphäre und relaxtes Proben. Ebenerdiger Zugang, gute Infrastruktur und angenehmes Ambiente lassen endlich das Proben wieder zum Vergnügen werden.
Equipment
o Sonor Schlagzeug (the swinger)
o Fender Bandmaster Gitarrenverstärker (pre cbs)
o Fender Rhodes 88 Mark 1 Stage Piano
o Korg-Orgel cx3 mit Solton Lesliebox (klingt absolut spitze)
o alles andere kann leicht selbst (ebenerdig) hergebracht werden
Gesangsanlage
o 2 x Electro Voice S 15/3 2x300 Watt
o Mackie 16 kanal
o jede Menge Mikros
Elektronische Geräte
Autorisierter Fachhändler für Geräte der Firma Sony in den Bereichen "Consumer" und "Professional"
Verkauf von elektronischen Musikinstrumenten
Computer Hard- & Software
Komplette Hard- & Software für Mac und PC
Mac & PC-Lösungen für Homerecording
Beratung und Betreuung von kleinen bis mittleren Netzwerken
Netzwerklösungen
Geschichte und Entwicklung des Tonstudio SEEMANN mastersound
Wie alles begann
Warum fühlt sich jemand berufen, sich mit Mikrophonen, Magnetophonen, Vibraphonen, Megaphonen, Saxophonen, Lautsprechern mit viel Phon, Kabeln, Verstärkern, Mischpulten, Tonstudios, Musikern, Veranstaltern, Produzenten, Plattenfirmen, Bookingmanagern und vielem mehr auseinanderzusetzen? Diese Frage kann nicht beantwortet werden, weil sie sich am Anfang nicht gestellt hat.
Walter Seemann hat eine gründliche Schulausbildung, gründlich im tiefsten Sinne des Wortes, am TGM (Technologisches Gewebemuseum) in der Währingerstrasse 59, dort wo jetzt das WUK ist, erhalten. Sein Hauptfach war damals "Nachrichtentechnik Elektronik". Die Matura 1974 war dann nur mehr ein Abhaken der verknöcherten Strukturen dieser Schule.
Musik hören, Musik machen war in dieser Schulzeit immer schon sein Rettungsanker. Jazz, Funk, Soul und Rockmusik hielten ihn damals am Leben, natürlich bis heute. Klavier erst mit 12 und später Schlagzeug mit 15 Jahren begleiteten ihn durch das frühe Leben. Die ersten Bands waren schnell gegründet und auch schnell beendet.
Highlights gab es mit seinen Bands leider nur wenige. Durch seine Kompromisslosigkeit in Anbetracht der vorherrschenden Kommerzmusik ließ er keine zweite Tür offen. Auch die Zusammenarbeit mit Rainhard Fendrich als Sänger in der Gruppe Scanty dauerte nur wenige Monate. Doch diese waren äußerst erholsam und extrem lustig, aber nicht erfolgreich. Doch der Grundstein war gelegt: Großes Bandensemble.
Mit dem Lead-Saxophonisten Othmar Eichinger wurde besprochen P.A.-Anlagen zu vermieten. Was ist das? Nach zwei Monaten gab es diese P.A.. Die Abkürzung steht für Public Address und das war das erste, was man nicht in der Schule gelernt hat.
Erstes Konzert mit eigener P.A. am 31. Okt. 1978 mit Alexis Corner im Audi Max der Uni Wien mit Unterstützung der Firma Electro Voice. Die Anspannung war groß, die Nerven lagen teilweise blank (aber sicher nicht die von Alexis Corner). Das Konzert war ein Erfolg. Doch die P.A.-Anlage mußte vergrößert werden . . .
Wie ging es weiter
1979 wurden viele Konzerte mit der erweiterten P.A. bestritten:
# Ostinato in der Urformation mit Thomas Böröcz am Schlagzeug
# Bluespumpm aus Heidenreichstein
# Milva im Konzerthaus Wien und Salzburg
# Roger Withaker in der Sporthalle Linz
# und viele kleinere Veranstaltungen im Porrhaus in Wien
Nicht zu vergessen ist auch die sogenannte "Schlumpftournee" mit Vader Abraham. Das war wirklich eine skurrile Geschichte. Am Dam Des mit Elisabeth Vitouch und Liselotte Plaunsteiner waren genauso dabei, wie die Schlümpfe hinter einem Paravent, gespielt von Helfern und auch vom Organisator Wolfgang Hausner von der AMA Künstleragentur, während Vader Abraham seine Schlumpflieder zum Halbplayback sang. Das Publikum kreischte vor Vergnügen. Tja, Kinder sind nicht leicht zu begeistern, doch wenn´s geschieht, sind sie lauter als jedes Mädchenpublikum bei den "Backstreet Boys".
Neues Motto: "Selbst ist der (See)mann!"
1980 machte sich Walter Seemann selbstständig und gründete die eigene P.A.-Vermietung und das Tonstudio SEEMANN mastersound.
Der erste große Act war das zweite Wiener Stadtfest der Wiener ÖVP, organisiert von Alf Kraulitz und Eduard Neversal (ersterer bekannt auch als Sänger der Musikgruppe Misthaufen), am Judenplatz im ersten Bezirk. Der Hauptact war wieder unser leider schon verstorbener Halbösterreicher Alexis Corner. Viele Stadtfeste sollten nun folgen.
1980 ergaben sich auch Auftritte im U4 mit Ostinato in neuer Formation. Sowohl kleinere Konzerte als auch Festival-Auftritte mit dem Bluesmusiker Slow Jim und Band folgten in Wien und Niederösterreich. Dabei spielte auch oft Peter Ratzenbeck, Mr. Fingerpicking, im "Paket" mit.
Bei einem dieser Konzerte mit Jim Slow (so hieß er wirklich!) in der Camera in Wien, kam Harry Stojka zu Walter Seemann und sagte: "Hearst, a leiwaunder Sound, ob jetzt mochst DU bei mir den Sound"! Und so geschah es dann auch.
Das erste große Konzert mit Harry Stojka war im Frühherbst 1980 in der frisch gebauten "Arena" in Wien. Das war das Jano Stojka Memorialkonzert und es kamen so ca. 700 Besucher. Der alte Saal war bis zum Bersten gefüllt und so eine Stimmung kann man sich nicht vorstellen. Weiters gab es Konzerte in der Camera und im Wiener Metropol. Heimvorteil. Super. Viele Konzerte folgten in den ca. zwei Jahren Zusammenarbeit mit Harry Stojka. Auch die Besetzungen änderten sich und das ganze wurde immer "jazziger".
Durch irgend einen (absehbaren) Zufall lernte Walter Seemann Thomas Rabitsch kennen, mit dem er noch bis ins Jahr 2001 zusammenarbeitete. Aber zuerst ging es um die Tontechnik und Beschallung der Gruppe Drahdiwaberl ab 1981. Das erstes Konzert fand im damaligen Hotel Wimberger statt. Vorgruppe war Sextiger.
Walter Seemann hatte Angst um seine Anlage, aber sie war komplett unbegründet. Die Show war vollkommen inszeniert aber nicht Jugendfrei. Nächster Höhepunkt mit Drahdiwaberl war das erste große Freiluftkonzert in der Arena. Am Bass noch immer Falco. Er hatte damals sein eigenes Feature mit "Ganz Wien". Viele Konzerte folgten und auch eine große Deutschland-Tour, die bis nach Hamburg und Berlin führte. Ein Doppelkonzert in Wien im Einkaufszentrum Simmering ist noch stark in Erinnerung. Parallel zu den Aufnahmen mit Falco "Einzelhaft" im Tonstudio Robert Ponger spielten sie zum ersten mal Live "Der Kommissar". Auch als Zugabe. Selbst nach dem Abbau der P.A. und dem Abtrinken im USW im 8. Bezirk sangen Passanten fortwährend: "Drah di net um, der Kommissar geht um ...". Spätestens dann war klar, das wird ein Welthit.
Mit Herbert Windisch, Booking wieder über die AMA Künstleragentur, gab es ca. zwei Jahre punktuelle Auftritte in Deutschland. Herbert Windisch, eigentlich ein Zuckerbäcker, sang die Texte vom Hausner (AMA) der früher fast alle bekannten Texte von Wolfgang Ambros (z.B.: Zwickts mi, I man I dram) schrieb und damit gutes Geld machte. Diese Auftritte sollten nun die fehlenden Texttantiemen-Einnahmen ausgleichen, was nie und nimmer gelang. Vielmehr kostete jeder Auftritt eigentlich mehr, als er hereinbrachte. Ein, zwei Titel vom Windisch wurden zwar damals in Ö3 brav gespielt, aber den Durchbruch schaffte er nie. Dazu hatte er nicht die Größe und das Stehvermögen. Also wurde dieses Kapitel auch abgehakt.
Auch ging damals im beginnenden Tonstudio Seemann mastersound etwas weiter. Walter Seemann kaufte vom damaligen Austrofonstudio, also vom rührigen Herrn Gadera, seinr erste Multitrack-Tonbandmaschine. Es war eine Soundcraft 8-Spur. Tontechniker von heute mögen jetzt mitleidig lächeln, aber mit diesen wenigen Spuren lernte er, bei einer Produktion mit diesen optimal hauszuhalten. Also kein Pardon an die Musiker, so nach dem Motto: "Nemma halt das Solo nochmal auf einer neuen Spur auf und dann nochmal ...". Das wussten auch die Musiker und Bands und waren extrem diszipliniert. Auch war dann vom Tonmeister, wenn es galt, diverse Parts einer Spur auszubessern, extrem genaues Ein- und Aussteigen verlangt. Reinlöschen in den nachkommenden Teil war tödlich. Und so entstand, neben vielen hunderten Demoaufnahmen und kleinen Produktionen die erste "g'standene" LP mit der Gruppe EXCITING CAFE, erschienen bei EXTRAPLATTE. Walter Seeman gesteht ein, dass diese LP (Produktionsdauer ca. ein Jahr) mit einer 24-Spur Maschine schneller im Kasten gewesen wäre, aber so hat es viel mehr Spaß gemacht. Auch Mo (Günter Mokesch) mit Karin Raab nützte den günstigen Preis, auf diese Art einige Demos als Vorproduktionen aufzunehmen.
Neue Soundcraft 24-Spur 2" Analogmaschine
Schließlich legte sich Walter Seemann eine Soundcraft 24-Spur-Maschine zu, mit der ebenfalls viele Demos produziert wurden. Dabei lernte er den Bassisten Thomas Achleitner kennen, der dann wenig später mit Susi Kreuzberger liiert war. Eine sehr gute Sängerin mit dem noch immer bekannten Künstlernahmen Domino Blue. Desweiteren baute ein Freund von Walter Seemann (Martin Riegler) sein Atari Notator/Unitor Sequenzersystem mit Samplern und Soundmodulen aus. Bitte nicht schmunzeln, einiges geht heute sogar mit Pro Tools nicht schneller!!! Mit Domino Blue und auch dem Label Domino Blue entstanden einige LP´s, die eher Nischenprodukte waren. Der Verkauf war sehr zäh, leider wie immer. Doch es gelang zwei Auftragsproduktionen bei der damaligen CBS (jetzt Sony, ganz jetzt BMG Ariola Sony) unter dem Chef Heinz Canibol und seinem alten Bekannten Andy Zahradnik als A&R-Manager zu bekommen. Die musikalische Vorgabe war einfach und Martin Riegler und Walter Seemann hatten völlige Handlungsfreiheit. Ein Traum.
Hypersax - Stepdance
Eine der bislang aufwendigsten Produktionen. Hubert Waldner (alle Saxophone, Flöte, Keyboard und Sequenzerprogramming) kam mit seinem Equipment ins Studio. Die Zusammenarbeit wurde auf Verlagsbasis durchgeführt. Walter Seemann stellte sich selbst und sein Studio unter seinem Verlag "Edition Mastersound Vienna" zur Verfügung. Hubert kümmerte sich um die Musiker und das Bandmaterial.
So kam es, daß später auch Randy Brecker von den Brecker-Brothers eingeflogen wurde und seine Solis mit der Trompete einspielte. Aber zuerst mußten die Sequenzerspuren aufeinander abgestimmt werden und dies besorgte Berni Penzias, der auch alle Gitarrenparts spielte.
Nach vielen Wochen waren alle Audiotracks auf Band und dann wurde gemischt. Nach insgesamt vier Monaten war die Arbeit beendet. Doch nun galt es auch einen Vertriebspartner zu finden. Mit der Hilfe eines deutschen Freundes konnte Walter Seemann nach einigen Monaten einen Lizenzdeal mit VERABRA abschließen. Wieder einige Monate später erschien nun endlich die CD auf einem Sublabel 101 South Records unter Michael Jacobi. Von Beginn der Aufnahme bis zum CD-Release verging mehr als ein Jahr.
Hansi Lang
Aufgrund seine guten Kontakte mit der Musiker-Szene wurde Walter Seemann vom Management ROCK PRODUKTION (Andy Egger und Wolfgang Klinger) 1984 als Tontechniker für Hansi Langs (letzte) "Keine Angst Tour", die auch nach Deutschland führte, als Foh-Tontechniker verpflichtet. Sicher hat ihm da wiedereinmal der damalige Keyboarder und musikalische Leiter dieser Band Thomas Rabitsch bei der Fa. Rock Produktion die sogenannte Rutsch´n gelegt.
Die Tour war hart! Vor allem, weil menschliche Tragödien einzelner Musiker abseits der Bühne das Arbeitsklima belasteten. Dabei lernte Walter Seemann aber den exzellenten Gitarristen und Sänger Harry Fischer "El Fischer" kennen.
Walter Seemann: "Am Anfang hat er mich nicht leiden können, da ich wahrscheinlich nicht so cool war wie er. Durch viele Gespräche kamen wir drauf, daß wir uns und mit unserem Musikgeschmack sehr ähnlich sind und wir wurden eigentlich Freunde. Daraus sollte eine sehr, sehr lange Zusammenarbeit entstehen."
El Fisher
Einige Zeit nach der Hansi Lang - Tournee traf Walter Seemann El Fischer wieder, der einen Plattendeal für eine Single von Koch Records in der Tasche hatte. Die verschiedensten Titel, die er als Demo zur Hand hatte, wurden besprochen und die Entscheidung fiel - gegen dem Willen von Koch-Records - auf die Nummer "She Got". Die Aufnahme erfolgte natürlich im Seemann mastersound - Studio (damals im 2. Bezirk) mit Reinhard Kochauf am Bass und dem "Urviech" Michi Stocker am Schlagzeug (der ja auch später bei Stahlhammer spielte).
Diese Nummer wurde dann aber - zum Erstaunen von Koch-Records - ein totaler Erfolg, zumindest was die Anzahl der Rotationen im Ö3-Hitpanorama betrifft, und wurde in diesem Jahr ca. 300 mal gespielt.
Da kein Management vorhanden war, hielten sich zwar leider die Liveauftritte in äußerst bescheidenen Grenzen, aber immerhin ergaben sich Verhandlungen mit der Plattenfirma CBS. Mit Erfolg! Es wurde die Produktion einer LP vereinbart, aber unter der Auflage, daß keine Syntis und andere Keyboards vorkommen dürfen. Also hat die Band El Fisher alles umarrangiert und lieferte, mit Hilfe der Seemann mastersound Tontechnik, Andy Zahradnik und Heinz Canibol gute Demos ab, die zu einem entgültigen JA der CBS führten.
Walter Seemann war auch der Produzent und somit für die anfallenden Ausgaben zuständig. Aufgenommen wurden die Tracks Live (unter Ausschluß der Öffentlichkeit) ca. 14 Tage im Wiener Orpheum. Gemastert wurde übrigens damals schon auf einer Studer Revox ¼ Zoll Bandmaschine, wie es heutzutage wieder gerne gemacht wird, um mehr Wärme in das digitale Klanggemisch zu bringen. Nach insgesamt einem Monat intensiver Arbeit war die LP fertig und es folgte die große Präsentation der LP "You Crossed My Way", wieder im Orpheum mit hunderten von Gästen.
Zwar entstanden nach einiger Zeit weitere Aufnahmen mit El Fisher, aber die Band war nicht mehr die gleiche. Vor allem arbeitete Andy Zahradnik in Deutschland und auch Heinz Canibol ging letztendlich nach Deutschland zu Gaffen Music. Blacky Schwarz brachte dann noch drei Titel heraus, dann trennten sich 1993 aber unsere Wege. Leider!
Live mit Chaos De Luxe
Hansi Dujmic hatte großen Erfolg mit der Elvis Produktion im Wiener Schauspielhaus (Produktion Michael Schottenberg). Federführend war wieder einmal ein guter Bekannter Alex Munkas. Er spielte Schlagzeug und war auch ein guter Tontechniker. Er stellte die Band Chaos De Luxe zusammen mit dem Leadgitarristen und Frontsänger Hansi Dujmic. Am Bass Mischa Kraus und Keyboards Robert Kastler.
Die Geschichte scheint im ersten Moment nicht so spannend zu sein, aber es ist damals etwas passiert, was alle Beteiligten in so einer Form noch nie erlebt hatten. Chaos De Luxe war eine relativ einfach gestrickte, rockige Popmusik-Band, die auch enormen Anklang in den entfernteren Bundesländern fand. Das Booking übernahm Alex Munkasch (sicher mit einer kompetenten Hilfe), machte einen vernünftigen Preis mit dem örtlichen Veranstalter aus und sorgte auch dafür, dass die Säle nie zu groß waren. Somit konnte die Ton und Lichtanlage klein gehalten werden.
Es hat immer alles gepasst. Spielort, Bühne, Aufbauhelfer, Veranstaltung, Abbau mit Helfer und vorallem die Gage war immer da. Selten, sehr sehr selten. Für Walter Seemann und einem Helfer war es natürlich schon ein Haufen Arbeit, aber auch das hat sich mit der Zeit eingespielt und ging dann wie am Schnürchen. Aus Chaos De Luxe mit Hansi Dujmic hat sich dann die Band:
Dju Mitch
. . . ergeben. Die Namensgebung war wieder einmal eine seltsame. Nachdem Hansi Dujmic Erfolg mit seinem Titel "I bin da ausgeliefert - jede Nacht" hatte, meinte halt die Plattenfirma parallel zu den Aufnahmen: Hansi Dujmic ist zu wenig bis gar nicht englisch genug. Das ist ungefähr so, wenn man aus Harry Stojka "Stoy Kah" macht.
Na ja, jedenfalls wurde die Band um einige Mitglieder größer, also ein Bläsersatz mit vier Bläsern kam dazu, aber das hatte Harry Sokal bestens im Griff. Das ganze Projekt wurde im kurzen Laufe der Zeit etwas unpersönlich und es gab dann auch leider ein abruptes Ende durch den Tot von Hansi Dujmic.
Minisex
Ich fahre mit dem Auto . . . alles geht so schnell . . . - die neue Deutsche Welle hat Österreich voll erfasst. Am meisten hat die Band Minisex davon profitiert. Neben Eberhard Forcher´s Tom Pettings Hertzattacken (Bis zum Himalaya mechat I mit Dir geh´n) konnte Minisex mit noch vielen weiteren Hit´s punkten. Dazu gehörte "Rudi, Rudi gib acht!" und vor allem der Superhit "Ich fahre übers Eismeer".
Alexander Munkas und Minisex engagierten Walter Seemann als Tontechniker und P.A.-Vermieter. Man kann die vielen Konzerte, die Minisex gab nicht mehr zählen. Die Touren führten jeweils immer in ein bis zwei bestimmte Bundesländer. Somit kam es kaum zu den gefürchteten kreuz und quer durch Österreich. Immer etwas Pause dazwischen und Proben für die nächste LP, die immer Alex Munkas aufnahm. Alle Konzerte waren so gut wie ausverkauft.
Minisex nahm aber auch jede Möglichkeit wahr mit oder ohne Walter Seemanns P.A als Supporting-Act aufzutreten. Das Management und Booking übernahm die Frau von Rudi Nemecek Regine Steinmetz. Sie schrieb viele Texte (wenn auch nicht alle). Keyboarder Hannes Seidl, schon bekannt durch Ostinato verließ die Band und begann wieder zu studieren. Walter Werzova trat seine Nachfolge an. Leider passte die Chemie zwischen Walter und Alex nicht so ganz und es kam zum Streit und Minisex löste sich von heute auf morgen auf. Schad drum, es war wieder eine neue LP in der Rohfassung, die einfach gekübelt wurde.
Alexander Goebel
Schauspielhaus Rocky Horror Picture Show unter der Leitung von . . . ja, Michael Schottenberg. Goebel kam schon 1980 nach Wien und hatte seine ersten Auftritte. Seinen großen Durchbruch schaffte er erst als Schauspieler und Sänger als Riff Raff in obgenannter Aufführung. Er wurde sozusagen wiederentdeckt und es folgten LP und Singleauskoppelungen. Der bekannteste Song "Dieser Körper ist der nackte Wahnsinn" war unumstritten.
Eine hochkarätige Band mit Heribert Metzker an den Drums, Mischa Kraus am Bass und Georg Gabler Keyboards war schnell beisammen und sie tourte mit Walter Seemann sogleich durch Österreich. Der Aufwand war groß, daher kamen nur große Spielorte in Frage. Der größte Aufwand wurde in Wien am Flachdach des damaligen Donauzentrums betrieben. Riesen Bühne in 15 Meter Höhe mit ca. 200 kW Licht und zig. Nebelmaschinen.
Es war der längste Bühnenaufbau, den Walter Seemann je erlebt hatte. Alleine der Weg vom Mischpult zur Bühne mit Aufzug und Dachgalerie betrug ca. 5 Minuten. Das Motto war, dass der ORF mit dem damaligen Ö3 das Konzert mit Ü-Wagen, abgezapft vom P.A.-Mischpult, live ausstrahlte und der Parkplatz frei für Autos mit Insassen war, die gleichzeitig das Konzert sehen und übers Autoradio hören konnten. Aber Wien und Ö3 ist anders. Es kamen nur ca. 20 Autos und es wurden auch nur die letzten 10 Minuten vor den 22 Uhr Nachrichten gesendet . . .
Maria Bill
Sie kam aus der Schweiz und fasste hier bei uns als Schauspielerin Fuß. Bekannt war ihr Auftritt als Rotkäpchen zur Seite von Michael Schottenberg bei einem der legendären Kottan ermittelt (oder auch nicht) Fälle im Fernsehen. Ihre eigentliche Berufung war, ist und wird es auch immer bleiben: Singen. Schottenberg inszenierte wieder einmal einen Theaterabend im Schauspielhaus. Sie verkörperte die EDIT PIAF mit allen ihren wichtigsten Chansons, auch dank ihrer französischen Muttersprache. Der auch bei uns bekannteste Song war "My Lord". Ihre Stimmlage und Timbre waren (und ist noch immer) der PIAF so zum verwechseln ähnlich, dass es das Publikum nur so in Scharen ins Schausplielhaus zog.
Zur gleichen Zeit komponierte sie ihre eigenen Songs am Klavier und es dauerte kaum zwei, drei Monate und es wurde ihre erste LP mit dem damaligen Hit "I möcht so gern landen" aufgenommen und veröffentlicht - mit großem Erfolg.
Über das Management Edition Scheibmayer kamen die ersten Auftritte, auch im damaligen Metropol, wo Walter Seemann die ersten drei Konzerte mischen durfte. Daraus folgte eine ganze Tourneereihe über ca. 18 Monate, die auch in die Schweiz und Liechtenstein führte. Der Bühnenaufbau war für damalige Verhältnisse enorm, sodass zwei Lastwägen gebraucht wurden. Das Lichtdesign machte die Firma Lukas Kaltenbäck und Walter Seemann war für die P.A und Tontechnik verantwortlich. Es gab sehr oft Schwierigkeiten den Bühnenhintergrund bei kleineren Bühnen aufzubauen. Oft war die Zeit zwischen Soundcheck und Einlass so knapp, dass das Publikum warten mußte. Doch es hat immer geklappt, wenn auch mit Bauchweh.
Maria Bill ist Burgschauspielerin und jetzt wieder mit ihren alten und neuen Songs zu hören.
Heli Deinboek
. . . ist wohl einer der längsten, umfangreichsten und geschichtsträchtigsten Kapitel in der Geschichte von Seemann mastersound. Der Grund liegt einfach darin, dass Heli Deinboek als Komponist, Musiker, Gitarrist, Texter, Interpret, Bandleader, Schauspieler, Werbetexter und Träger des Nestroyringes im Laufe der langen Jahre der Zusammenarbeit, immer wieder mit neuen Ideen und Projekten aufwarten ließ.
Begonnen hat er als Musiker, Sänger mit seiner Gitarre schon lange vor der Zusammenarbeit mit Walter Seemann. Er war gleichzeitig Tankwart und auch Streetworker. Er half gefallenen Menschen, wieder ins wirkliche Leben zurück zu finden. Auch sein Engagement für und mit Kindern stellte er mit einer LP "Nau Wui" unter Beweis.
Die erste Zusammenarbeit mit Walter Seemann ergab sich für ein Entertainment-Programm mit dem Titel "Liebe und Herz". Kleine Band und kleine Bühnen.
Dann jahrelang nix mehr gehört vom Heli, bis seine LP mit dem Titel "Ärger als Deix" auf den Markt kam. Kurze Zeit später bekam Walter Seemann vom Heli persönlich den Auftrag, die gesamte tontechnische Leitung zu übernehmen. Er ist überzeugt, dass dabei Thomas Rabitsch wieder seine Finger im spiel hatte.
Die damalige Band bestand aus Andy Weiß (dr), Bertl Pistracher (b), Peter Paul Skrepek (guit, voc), Thomas Rabitsch (kb, voc), Karl Takats (sax) und Heli Deinboek (guit, voc). Mit dieser Formation ergaben sich unzählige Auftritte in Wien, Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich. Die westlicheren Bundesländer kannten Heli Deinboek kaum, da seine Texte ausnahmslos auf Wiener Dialekt angelegt waren.
In dieser Zeit entstand die LP "Der Puls". Viele Bläser und Chorarrangements machten die Kompositionen vom Heli zu einem abwechslungsreichen Album mit wuchtigen aber auch subtilen Musikstücken released by EMI Austria. Chor und Bläser bitte im Booklet nachlesen.
Gleichzeitig schrieb Heli Deinboek kammermusikalische Lieder, die im Duett aufgeführt wurden. Heli (guit) und Thomas Rabitsch (p). Mit diesem Projekt konnten auch kleinere Spielorte abgedeckt werden und der Erfolg war so groß, daß eine Live-LP aufgenommen aber leider nie veröffentlicht wurde
Zwischendurch ergab sich wieder eine LP mit Songs aus den Livekonzerten. Teils beim Thomas, teils bei Walter Seemann.
Endlich wurde wieder eine neue Idee geboren. Marcus Spiegel, schon bei Drahdiwaberl und Falco mit GIG-Records der Mentor schlechthin, wollte schon lange seinen Traum erfüllen, Songs von Randy Newman auf Deutsch zu verewigen. Es wurden Demos beim Rabitsch mit Heli und Band aufgenommen, unter anderem "Short People" also "Wir brauchen kane Meier mehr". Dieses Demo wurde von Ö3 dermaßen oft gespielt, dass sofort eine LP mit weiteren Titel samt Übersetzungen angesagt war. Noch in den nächsten Frühsommermonaten ging es ans Werk und Walter Seemann nahm für 10 Titel die Basictracks beim Thomas auf. Verlagsrechtliche Mißverständnisse führten zu einer unliebsamen Pause. Doch alles wurde geklärt und im Spätherbst konnte das neue Album "Schuldig" erscheinen und es folgte sofort eine kleine Tournee und mehrere Einzelkonzerte.
Die Band wurde aufgestockt. Zu Karl Takats kamen Bernhard Rabitsch (tp, voc) und Christian Radovan (tb) dazu. Gleichzeitig ergab sich die Frage, wie hoch die Gage für diese Band mit Technik und Transport sein soll. Sie war leider für einige örtliche Veranstalter zu hoch. Das konnte nicht gutgehen.
Wiederum eine Schaffenspause. Die Band wurde umbesetzt und verkleinert. Andy Bartosch (guit) übernahm die musikalische Leitung. Andy Weiß (dr) und Bernhard Rabitsch (tp, voc) blieben. Am Bass und Vocals kam Herbert Novacek neu. Aber extrem wichtig war ein neu durchdachtes Management, das Martina Pokorny übernahm, die extrem viel Erfahrung durch ihre Arbeit im Rockhaus Wien und vielen weiteren Projekten einbrachte. Der Rotstift wurde angesetzt und viele weitere Änderungen wurden vorgenommen.
Das Projekt Heli Deinboek wird nie aufhören zu existieren. Auch wenn man im August 2005 nichts vom Heli hört, kann das im Oktober wieder ganz anders ausschaun.
FALCO
Was soll man zu so einem Thema sagen. Falco der Superstar. Nach seiner letzten großen Tournee durch Österreich, die ihren Anfang im damaligen Bank-Austria-Zelt auf der Wiener Donauinsel nahm, kam es später bandintern zu Überlegungen, wer weiterhin die Tontechnik für die Livekonzerte machen soll. Wiederum war Thomas Rabitsch federführend und das Management Rockroduktion mit Wolfgang Klinger und Andy Egger gaben Walter Seemann den Zuschlag. Die P-A. Firmen waren je nach Spielort immer verschieden, aber sie hielten sich immer extrem genau an den Technikal Rider, der bei so einem großen Projekt eingehalten werden muß. Hier ist die Welser P.A-Firma Pro Show dankenswerter Weise hervorzuheben. Aber auch die Firma For Music hat Walter Seemann im Stich gelassen. Der Aufwand war immer extrem groß und die Unterstützung der jeweiligen Firmen war enorm.
Die Besetzung der Band sei natürlich auch erwähnt: Thomas LANG (dr), Robert PISTRACHER (b), Peter Paul SKREPEK (guit, voc), Bernhard RABITSCH (tp, perc, voc), Thomas RABITSCH (kb, voc, soundeffekts, bandleader), FALCO (voc, texte, b, guit)
Es wurde an einem komplett neuen Falco-Auftrittskonzept gearbeitet doch sein Tod überholte sogar die Veröffentlichung seiner letzten CD . . .
Nachwort von Walter Seemann
Viele weitere Projekte, Themen, Interpreten und Bands sind hier nicht erwähnt worden. Ich möchte daher auch keine einzelnen Namen herausheben. Ihnen sei allen gedankt, dass sie mir immer ihr Vertrauen geschenkt haben und zu mir ins Studio gekommen sind und noch immer kommen. Ich habe mit ihnen viele, unzählige Liveauftritte und Studiosessions erlebt, die mir zum Teil wegen ihrer Einzigartigkeit und/oder auch wegen ihrem skurrilem Touch unvergesslich bleiben werden.